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27 Jun 2017 03:04pm -0400 EDT
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ICOS 2008 Conference Abstract

Doppelvornamen in Westfalen. Beobachtungen zur historischen Vornamengeographie

Author(s):
L Kremer
Universiteit Antwerpen, Germany

Seit dem 16. Jahrhundert findet der Brauch, Kindern zwei (oder mehr) Vornamen zu geben, allgemeine Verbreitung. In süddeutschen Quellen tauchen Doppel-VN bereits im Hochmittelalter auf, wohl von Frankreich her beeinflusst, der Norden und Osten Deutschlands werden erst später erreicht: Frankfurt erstmals 1608, Meißen ab etwa 1570, die norddeutschen Städte im Laufe des 17. Jahrhunderts, Westfalen nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, die Nordseeküste erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Es handelt sich zunächst deutlich um eine oberschichtlich-städtische Erscheinung, die vor allem bei Zuwanderern auffällt; die unteren städtischen Volksschichten und das Land werden erst mit erheblichem zeitlichem Abstand von dieser Namenmode erfasst.

Anhand einer Auswertung von Bürgerbüchern im westfälisch-ostniederländischen Raum soll in diachroner Perspektive untersucht werden, wann und wie sich der Brauch in Westfalen verbreitete. Dabei sind vor allem die Hauptwege interessant: Liegt, wie so oft auf sprachlichem Gebiet, die Stadt Köln am Ausgang dieser Entwicklung, oder spielen auch die Niederlande dabei eine Rolle? Außerdem sollen sozio-onomastische Aspekte wie die geschlechtsspezifische Verteilung, die häufigsten VN und ihre Positionierung, konfessionelle Gesichtspunkte etc. berücksichtigt werden.

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