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ICOS 2008 Conference Abstract

„Munie-Mauri-Mort”. Neue Fundstücke aus der romanisch-germanischen Sprachmischzone in der westlichen Schweiz

Author(s):
T F Schneider
Universität Bern, Institut für Germanistik, Switzerland

Auf die in Sprachkontakt- oder Sprachmischzonen festzustellenden Phänomene konzentriert sich seit jeher ein Hauptinteresse der Orts- und Flurnamenforschung. Die fortschreitende Publikation des in den letzten Jahrzehnten in den einschlägigen Forschungsstellen der Deutsch- wie der Welschschweiz angehäuften Datenschatzes erlaubt es nun, verstärkt den Fokus von der Ebene der reinen Siedlungsnamen auch auf das darunter liegende engmaschigere Netz der Flurnamen zu richten und die bisherigen Erkenntnisse über die genannten Phänomene bzw. über die schrittweise Herausbildung der mehrsprachigen Schweiz an den neuen Funden zu korrigieren oder zu verfeinern. Drei Beispiele aus der westlichen Schweiz sollen hier in diesem Zusammenhang vorgestellt werden: 1. frankoprovenzalisch mnēya, deutsch Munie und Münzgraben, etymologisch bisher ungedeutete Bezeichnungen eines ehemals schiffbaren Entwässerungsgrabens im Grossen Moos, im Grenzgebiet der heutigen Kantone Bern, Freiburg und Neuenburg; 2. rätselhaftes Mauri für ein nahe dabei gelegenes Gelände, das schon aus lautlichen Gründen nicht mit nhd. Mauer zusammengebracht werden darf, aber im Volksmund auch Hochgemäuer, Moll oder Mauer genannt und als „Römerweg“ oder „Heidenweg“ verstanden wurde; 3. schliesslich der Name Mort für ein grösseres Gebiet an der alten Aare in der Gegend von Biel sowie zugehörige Komposita wie Muertacker, Mordacker, Mortmatten, Murtenmatt und Murtenweier auch andernorts und in einem Fall sogar entfernt von der heutigen Sprachgrenze.

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